Datenanreicherung im Gesundheitswesen: Warum Krankenhäuser ihre Daten anreichern sollten
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Ignacio Garcia, Manager, Content EU

Saubere Daten sind im Gesundheitswesen die Grundlage für fehlerfreie Bestellungen, trotzdem ist es mit einer Datenbereinigung noch lange nicht getan. Um die Lieferkette auf feste Grundsäulen zu stellen, kommen Krankenhäuser nicht daran vorbei, ihre Daten auch anzureichern. Stammdaten werden um Barcode-Informationen ergänzt, nach Warengruppen geclustert oder um Klassifizierungen erweitert – die Liste der Anwendungsfälle im Bereich der Datenanreicherung ist lang.
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Effiziente Beschaffungsprozesse beginnen nicht erst mit der Bedarfsanforderung, sondern schon mit der Artikelsuche. Das Problem an der Geschichte ist, dass das Data Sourcing im Krankenhaus bisher alles andere als intuitiv ist. Das wirft Fragen auf: Wie sollte also eine Lösung aufgesetzt sein, damit Einkäufer und klinische Fachkräfte benötigte Produkte einfach finden? Welche Informationen müssen bereitgestellt werden, um Produkte schnell zu vergleichen? Und inwieweit profitiert die Gesundheitsorganisation von den richtigen Features für die Artikelsuche?
Unique Device Identification (UDI) ist kein neues Konzept, doch es zeigt sich, dass sich die harte Arbeit der Hersteller auszahlt und die Vorteile der eindeutigen Produktkennzeichnung über eine verbesserte Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten hinausgehen. Weniger Dokumentationsaufwand, mehr Transparenz in der Supply Chain, effizienteres Bestandsmanagement – Krankenhäuser können UDI-Informationen auch nutzen, um klinisch-integrierte Lieferketten zu etablieren. Ein Fall aus den USA zeigt, wie es funktionieren kann.
Die Artikelsuche in deutschen Krankenhäusern ist noch immer stark von manuellen Prozessen geprägt. Obwohl viele Lieferanten ihre Kataloge mittlerweile digitalisiert haben, kosten die Suche nach und der Vergleich von medizinischen Produkten viel Zeit. Kliniken sollten deshalb auf eine zentrale, digitale Lösung für die Artikelsuche setzen – und dabei das Thema Datenqualität nicht vergessen.

Einfache Suche, Filter-Funktionen, Kundenkonten – die Shopping-Riesen haben die Art und Weise, wie wir als Konsumenten einkaufen, grundlegend verändert. Gesundheitsorganisationen sollten sich ein Beispiel daran nehmen und die Beschaffung im Krankenhaus ähnlich einfach gestalten. Wenn es Kliniken ihren Bedarfsträger ermöglichen, Artikel über eine intuitive User Experience eigenständig zu bestellen und sie dabei auch noch auf eine zentrale Plattform setzen, profitieren nicht nur die Stationsmitarbeiter und die Einkäufer, sondern letztendlich die gesamte Gesundheitsorganisation.
Mit dem Lieferkettengesetz werden deutsche Unternehmen dazu verpflichtet, ihrer globalen Verantwortung für die Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards besser nachzukommen. Diese Vorgabe zu nachhaltigem Handeln wirft auch im Gesundheitswesen viele Fragen auf: Inwiefern sind die Lieferketten von den neuen Regelungen betroffen? Was ändert sich für Krankenhäuser im Einkauf? Und welche Auswirkungen hat das Gesetz für die Entwicklung digitaler Supply-Chain-Lösungen?
Entscheider in deutschen Kliniken sehen ihre Organisationen vor einer düsteren Zukunft. Um dem Kostendruck im Gesundheitswesen zu trotzen, müssen sich Krankenhäuser besser früher als später neu ausrichten. Dabei sollten sie mit dem Bereich anfangen, in dem wahrscheinlich das größte Einsparpotenzial liegt: dem Einkauf im Krankenhaus. Welche Punkte gilt es bei der Ausarbeitung einer neuen Procurement-Strategie zu beachten? Und wie schaffen die Entscheider nahtlose Prozesse, um Zeit und Geld zu sparen?