Blog

Verfolgen Sie unsere Gedanken zu den neusten Entwicklungen im Gesundheitsökosystem auf unserem Blog. Dabei erfahren Sie von unseren Experten, wie Krankenhäuser, Einkaufsgemeinschaften, Hersteller und Lieferanten gemeinsam den digitalen Wandel in der Branche vorantreiben können. Für effizientere Prozesse im Bestell- und Auftragsmanagement. Und für eine bessere Patientenversorgung.

Jennifer Jansch

Key Account Managerin
Montag, 24. Januar 2022

Lieferketten im Gesundheitsökosystem: Warum sich Krankenhäuser und Lieferanten einem Supply-Chain-Netzwerk anschließen sollten

Irgendwie verbunden, aber doch nicht vernetzt – das ist beim Blick auf die Lieferketten im Gesundheitswesen leider immer noch häufig der Fall. Zwar arbeiten Krankenhäuser und Lieferanten zusammen, individuelle Verträge und Prozesse sind aber hochgradig ineffizient. Die Lösung, um mehr Kontrolle und Transparenz in die Lieferkette zu bekommen und Kosten einzusparen, ist denkbar einfach: der Anschluss an ein Supply-Chain-Netzwerk.

Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne Bilder heranziehe, um Komplexes einfach zu erklären. Als mich die Tochter einer Freundin zuletzt fragte, was ich eigentlich beruflich mache, habe ich das Bild einer Party herangezogen. Einer Party, zu der viele Menschen eingeladen sind, aber keiner von den Gästen dieselbe Sprache spricht – eigentlich. Denn wir bei GHX bringen die Menschen nicht nur zusammen, sondern haben auch etwas entwickelt, damit sie miteinander reden können. Jeder mit jedem. Immer und überall. Sofern sie denn miteinander reden wollen, habe ich mit einem Augenzwinkern nachgeschoben. Und bei der Tochter meiner Freundin damit großes Erstaunen ausgelöst: "Warum sollte denn nicht jeder mit jedem sprechen wollen?"

Ich musste kurz schmunzeln, hatte daraufhin aber auch keine gute Antwort parat. Denn vom idealen Szenario einer einheitlichen Kommunikation sind wir weit entfernt, im Gesundheitswesen sprechen noch längst nicht alle Akteure dieselbe Sprache. Im Gegenteil: Viele Krankenhäuser und auch Hersteller von medizinischen Produkten haben individuelle Verträge miteinander geschlossen und manuelle Prozesse etabliert, um ihre Geschäfte miteinander abzuwickeln. Anstatt sich auch den anderen Gästen – oder besser gesagt Marktteilnehmern – zu öffnen, beschränken sie sich auf die Zusammenarbeit mit wenigen Handelspartnern. Und das muss und kann nicht immer gut gehen.

 

Supply-Chain-Netzwerke schaffen widerstandsfähige Lieferketten

Die Corona-Pandemie hat uns deutlich gezeigt, wie wichtig es im Gesundheitswesen ist, ein starkes Netzwerk aufzubauen. Wenn Beatmungsgeräte bei den Stammlieferanten knapp werden, sollte ein Krankenhaus ganz einfach die Möglichkeit haben, die medizinischen Geräte und Produkte bei anderen Herstellern zu bestellen. Das Zauberwort hier lautet Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit gegen unvorhergesehene Ereignisse, die eine Lieferkette ganz schnell ins Wanken bringen können.

Die Lösung ist ein Supply-Chain-Netzwerk, das krisenfest ist. Das Gute daran: In dem Netzwerk kann jeder Teilnehmer weiterhin seine eigene Sprache sprechen, also nach seinen individuellen Prozess- und Systemvorgaben arbeiten. Die Informationen werden auf einer einzigen Schnittstelle gesammelt, notfalls übersetzt und den Handelspartnern angezeigt. Wer miteinander Geschäfte abwickeln möchte, kann das ganz einfach tun. Transaktionsdokumente wie Bestellungen, Lieferscheine oder Rechnungen finden stets den richtigen Weg in das System des Handelspartners – natürlich immer in der Sprache, die gefragt ist.

 

Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg

Die Lieferkette wird dadurch nicht nur resistenter gegen Krisen, die Marktteilnehmer sichern sich auch viel mehr Einblicke über die gesamte Lieferkette hinweg. Durch den Anschluss an ein Supply-Chain-Netzwerk gewinnen beide Seiten also an Transparenz. Kliniken sehen anhand von Rückdokumenten den Status ihrer Bestellungen, Hersteller und Lieferanten optimieren ihren Cashflow, weil Rechnungen schneller ankommen und bezahlt werden. Ein Netzwerk, nur Gewinner – wenn das nicht mal eine gute Party ist.

Mit den richtigen Lösungen lässt sich die Kommunikation übrigens so weit optimieren, dass manuelle Eingriffe kaum bis gar nicht mehr stattfinden. Nehmen wir zum Beispiel Barcode-Scanner, die in einigen Krankenhäusern schon für die Bedarfsanforderung genutzt werden. Bei Entnahme eines Artikels werden die Daten direkt an das System des Netzwerks übertragen. Der Lieferant erhält eine entsprechende Benachrichtigung, ersetzt die gebrauchte Ware und stellt sie in Rechnung. Durch die automatisierten Prozesse, die der Anschluss an ein Supply-Chain-Netzwerk ermöglicht, wird sichergestellt, dass der Bestand immer ausgeglichen ist. Das erfreuliche Ergebnis: eine optimierte Patientenversorgung.

 

Supply-Chain-Netzwerke ganz einfach an das bestehende ERP-System anbinden

Kommen wir zurück zu der Frage, die ich der Tochter meiner Freundin ad hoc nicht beantworten konnte: Wenn ein Supply-Chain-Netzwerk nur Vorteile hat, warum schließen sich nicht alle Krankenhäuser und Lieferanten zusammen? Ich bin mit dieser Frage in den letzten Wochen in die Gespräche mit beiden Seiten gegangen, und habe sowohl von Gesundheitsdienstleistern als auch von der Industrie zwei Gründe genannt bekommen, die sie daran hindern, sich einem Netzwerk anzuschließen: Zeit und Geld.

Die vorherrschende Meinung, dass eine Anpassung der Prozesse zeitintensiv und teuer ist, ist allerdings ein Irrglaube. Die meisten Netzwerke – wie auch die GHX Lösungen – sind cloudbasiert und lassen sich daher ohne großen Aufwand an bestehende ERP-Systeme anbinden. Und für Hersteller und Lieferanten, die ihre Geschäfte noch nicht elektronisch abwickeln, gibt es webbasierte Lösungen, die schnell und einfach einzurichten sind. Es genügt schon ein Internetzugang, um von den Vorteilen einer automatisierten Lieferkette zu profitieren.

Sie sehen, es spricht nichts dagegen, dafür umso mehr dafür, sich einem Supply-Chain-Netzwerk anzuschließen. Wir bei GHX haben in mehr als 20 Jahren das größte Netzwerk im Gesundheitswesen aufgebaut und mittlerweile in ganz Europa etabliert. Damit Krankenhäuser und Hersteller dieselbe Sprache sprechen und durch eine optimierte Zusammenarbeit dafür sorgen, die Patientenversorgung sicherzustellen.

Bleibt nur noch eine Frage, die Ihnen jetzt wahrscheinlich die Tochter meiner Freundin stellen würde: Worauf warten Sie?

Alle Beiträge