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Verfolgen Sie unsere Gedanken zu den neusten Entwicklungen im Gesundheitsökosystem auf unserem Blog. Dabei erfahren Sie von unseren Experten, wie Krankenhäuser, Einkaufsgemeinschaften, Hersteller und Lieferanten gemeinsam den digitalen Wandel in der Branche vorantreiben können. Für effizientere Prozesse im Bestell- und Auftragsmanagement. Und für eine bessere Patientenversorgung.

James Minards

Country Sales Manager UK & Irland
Mittwoch, 16. Juni 2021

Wie datengesteuerte Automatisierung den Klinikteams mehr Zeit für die Patienten verschaffen kann

Gesundheitsdienstleister haben Zugang zu riesigen Datenmengen, aber gibt es auch eine Möglichkeit, diese effektiver zu nutzen, um ihre Prozesse zu verbessern und bessere Ergebnisse für ihre Patienten zu erzielen? In seinem zweiten Artikel über die digitale Transformation untersucht James Minards, wie Krankenhäuser Daten nutzen können, um ihr Beschaffungs- und Bestandsmanagement zu automatisieren und so wertvolle Zeit zurückzugewinnen, die sie in die Patientenversorgung investieren können.

Lieferketten können sehr komplex sein, und oft sind Logistikexperten und engagierte Beschaffungsteams erforderlich, um einen Zusammenbruch der Versorgung zu vermeiden. Das letzte Jahr der Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, einen Echtzeitüberblick über die gesamte medizinische Versorgungskette zu haben, um eine reibungslose Versorgung zu gewährleisten. Aber können wir wirklich erwarten, dass das medizinische Personal die Beschaffung und das Bestandsmanagement im Blick hat, während es versucht, einen Ansturm neuer Patienten zu bewältigen?

Wir sind uns hoffentlich einig, dass die Antwort nur „nein“ lauten kann. Anstatt das Klinikpersonal von kritischen klinischen Aufgaben abzuziehen, sollten Krankenhäuser und andere Gesundheitsdienstleister ihre Daten sinnvoll nutzen, indem sie die Beschaffungs- und Bestandsverwaltungsprozesse automatisieren.

Viele Krankenhäuser haben erkannt, wie wichtig die Erfassung von Daten ist, von Patientenakten bis hin zu Lagerbeständen. Doch die bloße Erfassung dieser Daten ist nicht ausreichend. Die Pandemie hat bewiesen, dass der Gesundheitssektor bei der Erfassung und Nutzung seiner Daten dynamischer vorgehen muss, weg von der manuellen Zählung der Bestände hin zu einem digitalisierten System, das einen Einblick in die Bestände in Echtzeit ermöglicht. Die Verbesserung der Sichtbarkeit ist nur der erste Schritt; die Nutzung der Daten zur Verbesserung der Abläufe eines Krankenhauses ist der Schlüssel zu einer effizienteren Bestandsverwaltung, proaktiven Beschaffungsvorgängen und sogar zur Verbesserung der Patientensicherheit.

 

Queen Elizabeth University Hospital in Glasgow führt digitale Bestandsverwaltung ein

Doch wie können Organisationen im Gesundheitswesen das Beste aus ihren Daten herausholen? Von automatisierten Lagerauffüllungsroutinen, wenn die Vorräte unter einen bestimmten Schwellenwert fallen, bis hin zu präzisen Krankenhausaufzeichnungen, die frei von menschlichen Fehlern sind, kann die datengesteuerte Automatisierung Krankenhäusern helfen, bessere Ergebnisse für ihre Patienten zu erzielen und gleichzeitig ihre Gewinne zu sichern.

Ein Beispiel dafür ist die Arbeit von GHX mit dem Queen Elizabeth University Hospital in Glasgow. Dort haben wir ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem der alte, zeitaufwändige manuelle Prozess der Bestandsverwaltung durch die Einführung einer automatisierten, digitalen Lösung ersetzt wurde. Mithilfe von Handscannern können Details zu jedem medizinischen Verfahren erfasst werden. Dazu zählen nicht nur Informationen über den behandelnden Arzt, sondern auch über die verwendeten Materialien wie etwa PSA oder höherwertige Verbrauchsmaterialien wie implantierbaren Geräte.

Diese Informationen werden nahtlos an eine zentrale digitale Datenbank übertragen, aus der sich automatisch erstellte Berichte exportieren lassen. Neben den genauen Patientenakten, die ohne manuelles Eingreifen und damit ohne menschliche Fehler erstellt werden, profitieren Krankenhäuser von einem stets aktualisierten Bestand des Lagers, in dem dank Lagerauffüllungsroutinen und automatisierter Bestellungen nur die Produkte und medizinischen Geräte zu finden sind, die auch wirklich gebraucht werden.

 

Norfolk Community Trust vollzieht zweistufige digitale Transformation

Mehr Zeit für die Patientenversorgung zu gewinnen und das klinische Personal wieder an die vorderste Front zu bringen, ist von unschätzbarem Wert für Akuteinrichtungen, aber auch entscheidend für den Betrieb von nicht-akuten Gesundheitseinrichtungen wie Pflegeheimen. Der Norfolk Community Trust vollzog eine zweistufige digitale Transformation, bei der zunächst die Bestellvorgänge überarbeitet und anschließend die Bestandsverwaltung automatisiert wurde.

Durch die Analyse von Daten, die von den verschiedenen nicht-klinischen Einrichtungen innerhalb des Community Trusts gesammelt wurden, war GHX in der Lage, die Lagerbestände auf Stationsebene zu ermitteln und eine standardisierte Liste von Produkten für nicht-klinische Artikel zu entwickeln. Diese Artikel wurden dann so eingestellt, dass sie automatisch aufgefüllt wurden, wenn sie unter einen bestimmten Schwellenwert fielen. Die Konsequenz: Das Pflegepersonal konnte sich wieder auf die Patienten konzentrieren, anstatt die Bestände manuell zu überprüfen und Bestellungen zu bearbeiten.

 

MMDA als Beschleuniger für die Automatisierung von Beschaffungsprozessen?

Mit dem bevorstehenden Gesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte (Medicines and Medical Devices Act, MMDA) könnte akute und nicht-akute Gesundheitseinrichtungen in Großbritannien dazu bringen, die Automatisierung ihrer Beschaffungsprozesse voranzutreiben. Künftig müssen die Hersteller von Medizinprodukten in Großbritannien eine Zertifizierung durch die Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) erhalten. Anstatt die Produkte der einzelnen Hersteller manuell zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie mit dem neuen Gesetz übereinstimmen, könnten Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen so das Risiko menschlicher Fehler verringern und die Patientensicherheit verbessern, indem sie ihr Beschaffungsprogramm automatisieren und Lagerbestellungen für nicht-konforme Produkte automatisch ablehnen.

Natürlich können Lieferketten komplex sein, aber die Aufgabe eines Mitarbeiters im Gesundheitswesen sollte vordergründig darin bestehen, sich um die Patienten zu kümmern, und nicht darin, jeden Monat Stunden mit der Beschaffung und Verwaltung von Lagerbeständen zu verbringen. Durch die Nutzung der riesigen Datenmengen, die von Krankenhäusern und anderen Gesundheitsdienstleistern gesammelt werden, sollte der Gesundheitssektor versuchen, seine Lieferkettenprozesse zu automatisieren, damit sich die klinischen Teams auf ihre wichtigen Aufgaben konzentrieren können: das Wohl des Patienten.

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